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Tagung 2011: Nahtod-Erfahrungen aus medizinischer, psychologischer und philosophischer Perspektive Die Tagung fand von Freitag, 30. September bis Sonntag, 2. Oktober 2011 in Bregenz statt. FREITAG 30.9.2011 14:00 Uhr Vortrag Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann Nahtod-Erfahrungen und ihr Bezug zu Welt- und Menschenbildern Nahtod-Erfahrungen wurden und werden in allen Kulturen und zu allen Zeiten berichtet. Die extrem kontroverse Interpretation und Deutung dieser Phänomene in unserer Zeit hat ihren Grund darin, dass die Annahme, Bewusstsein werde vom Gehirn hervorgebracht", vielfach als wissenschaftliche Tatsache angesehen wird. Tatsächlich ist dies eine Theorie vor dem Hintergrund bestimmter Welt- und Menschenbildannahmen. Im Vortrag soll aufgezeigt werden, dass die geistesgeschichtliche (philosophische, religiöse, spirituelle) Tradition auf unterschiedliche Weise Konzepte bereitstellt, um Nahtod-Erfahrungen nicht-reduktionistisch zu deuten und zu verstehen. 15:30 - 18:00 Uhr Seminar Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann und Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Welche Bedeutung haben Nahtod-Erfahrungen für unser Welt- und Menschenbild? Ausgehend von kurzen philosophischen und religiösen Texten wenden wir uns der Frage zu, wie Nahtod-Erfahrungen in das eigene Welt- und Menschenbild einbezogen werden können. SAMSTAG 1.10.2011 9:00 Uhr Vortrag Dr. med. Pim van Lommel (mit Sabine Mehne) Endloses Bewusstsein - die wissenschaftliche Erforschung der Nahtod-Erfahrungen Nach den gegenwärtigen medizinischen Konzepen ist es nicht möglich, während eines Herzstilltands Bewusstseinserfahrungen zu haben. Dennoch berichten Patienten immer wieder davon, dass sie während eines solchen Zustands Erfahrungen eines erweiterten Bewusstseins hatten. Dr. Pim van Lommel wird im Vortrag neue Hypothesen diskutieren, die eine Erklärung für manche Aspekte von Nahtod-Erfahrungen bieten können. Seine Schlussfolgerung ist, dass Bewusstsein nicht-lokal ist und dass dem Gehirn eine vermittelnde Funktion in Bezug auf das erlebte Bewusstsein zukommt, keine hervorbringende. Im Rahmen des Vortrags wird Sabine Mehne über ihre eigenen Nahtod-Erfahrungen berichten. 11:00 Uhr Vortrag Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Berichte über Nahtod-Erfahrungen als Anregung für die eigene Persönlichkeitsentwicklung Berichte von Menschen über ihre Nahtod-Erfahrung zeigen vielfach, dass sich in der Folge ihre Lebensziele und ihre Lebensweise signifikant wandelten, meist als ein längerer Prozess. Bestimmte Merkmale werden existentiell bedeutsam, wie z.B. eine starke Motivation, sich zu verändern, ein klarer Blick auf Wesentliches, verbunden mit entsprechenden Werten, ein verstärktes Interesse an Spiritualität, tiefe Verbundenheit mit der Natur und die zentrale Bedeutung von Liebe und Mitgefühl in zwischenmenschlichen Beziehungen. Welche Aspekte und Qualitäten der Nahtod-Erfahrungen bilden hierfür die Basis? Menschen, die selbst keine solche Erfahrung hatten, finden die Berichte hierüber häufig sehr wertvoll - wie können sie für den eigenen Lebensvollzug nutzbar gemacht werden? 14:30 Uhr Seminar Dr. med. Pim van Lommel (mit Sabine Mehne) Endloses Bewusstsein? Im Seminar soll den Fragen, die der Vortrag aufgeworfen hat, im persönlichen Austausch nachgegangen werden. Zur Vorbereitung wird die Lektüre des Buches von Pim van Lommel (Endloses Bewusstsein" - Patmos-Verlag) empfohlen. 16:30 - 18:00 Uhr Wiederholung des Seminars SONNTAG 2.10.2011 9:00 - 11:00 Uhr Reflexion der Tagungsthemen in Bezug auf das eigene Leben und dessen Entfaltungsmöglichkeiten 11:30 - 13:00 Uhr Austausch und Abschluss Dozentinnen und Dozenten Dr. med. Pim van Lommel Velp (NL) Studium der Medizin an der Universität Utrecht, Spezialisierung als Facharzt für Kardiologie. 1977-2003 tätig als Kardiologe an einer Klinik in Arnhem, Niederlande. Eigene Untersuchungen zu Nahtoderfahrungen, mehrere Publikationen dazu. 2007 Veröffentlichung des Buches Endloses Bewusstsein" (deutsch 2009, Patmos-Verlag) Sabine Mehne Mülhlal b. Darmstadt Physio- und Familientherapeutin. Mitbegründerin des Netzwerks Nahtoderfahrung e.V. Die Website dieser Vereinigung finden Sie unter: www.netzwerk-nahtoderfahrung.org Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann Bregenz Studium der Psychologie und Philosophie. Seit 1976 Berater und Ausbilder für Beratung. 2002 Habilitation für Philosophie an der Univ. Klagenfurt mit einer Arbeit über Philosophische Beratung". Lehrtätigkeit an Universitäten und Fachhochschulen. Philosophischer Berater und Psychotherapeut (personzentriert). Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Bregenz Studium der Malerei und Grafik (Folkwang-Hochschule Essen), der Psychologie (Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin) und der Philosophie. Tätig in Beratung, Supervision und Körperarbeit (F.M. Alexander-Technik) sowie als Ausbilderin für personzentrierte (werterfahrungsorientierte) Beratung. Kormarktstraße, links Hotel Messmer, Blick auf Nepomuk-Kapelle und Kunsthaus | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Tagung 2010: Transzendierungprozesse, Sinn finden, wahrhaftig sprechen Die vierte Tagung des Bodensee-Kolleg fand vom 1. - 3. Oktober 2010 in Bregenz statt. Das Programm: FREITAG 1.10.2010 14:00 Uhr Vortrag Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann Transzendierungsprozesse Transzendieren' stellt eine wichtige menschliche Fähigkeit dar - sich zu öffnen und sich mit etwas zu verbinden, das die Grenzen des eigenen personalen Ichs überschreitet. Abraham H. Maslow beschrieb in einem 1969 erschienenen Aufsatz verschiedene Bedeutungen von Transzendieren" und betonte die Wichtigkeit dieser Prozesse für menschliches Wohlbefinden, für Sinnfindung, persönliche Reifung und seelische Gesundheit. Es gibt verschiedene Richtungen' des Transzendierens - hin zu anderen Menschen, zur Natur, sowie zur Transzendenz, in persönlicher bzw. unpersönlicher Form. In einigen neueren philosophischen, psychologischen und soziologischen Ansätzen wird dieser Prozess als zentraler Faktor der Sinnkonstitution beschrieben. 15:30 - 18:00 Uhr Seminar 1 Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann und Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Formen des Transzendierens Mit philosophischen, psychologischen und soziologischen Texten sowie Beispielen aus Laienphilosophien' soll versucht werden, das Gemeinsame und Unterscheidende humanistischer und transzendenzbezogener (religiöser / spiritueller) Transzendierungs-prozesse zu erfassen und in Bezug zur eigenen Erfahrung zu setzen. SAMSTAG 2.10.2010 9:00 Uhr Vortrag Ass.-Prof. Dr. Tatjana Schnell Sinn finden Was macht unser Leben sinnvoll, wie finden wir unseren persönlichen Lebenssinn? Die neue empirische Sinnforschung gibt zunehmend differenziert Auskunft über verschiedene Qualitäten des Sinnerlebens, deren Ursachen und Konsequenzen. Im Vortrag werden Erkenntnisse zur Entstehung von Sinn und Sinnkrisen vermittelt und positive Auswirkungen von Sinnerfahrungen dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der wichtigen Unterscheidung von hedonistischem und eudaimonistischem Wohlbefinden gewidmet. 11:00 Uhr Vortrag Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Wahrhaftig sprechen Der Wunsch wahrhaftig zu sprechen bzw. wahrhaftig angesprochen zu werden, ist trotz des Wertes, den er für viele Menschen hat, oft ambivalent besetzt. Auf beiden Seiten braucht es hierzu Mut. Bereits in der antiken Philosophie gibt es zu dem Diskurs des Wahr-sprechens' (griech. parrhesia) die klare Aussage, dass wir Menschen für die Prozesse des persönlichen Reifens auf das Wahr-Angesprochenwerden durch andere Menschen angewiesen sind. Welche Qualitäten braucht ein Parrhesiast' bzw. die angesprochene Person, damit dieser Prozess konstruktiv ist und gelingen kann? 14:30 Uhr Seminar 2 Ass.-Prof. Dr. Tatjana Schnell Eigene Lebensbedeutungen explorieren Im Seminar soll der Erkundung des persönlichen Lebenssinns Raum gegeben werden. In Form von kurzen Tiefeninterviews, unter Anwendung der Leitertechnik, werden persönliche Lebensbedeutungen exploriert. Im Anschluss daran wird erkundet, ob und in welcher Form diese Sinnquellen im Alltag verwirklicht werden. 14:30 Uhr Seminar 3 Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Wahrhaftig sprechen Der französische Philosoph Michel Foucault hat 1982 - 1984 in seinen Vorlesungen die Parrhesia (das Wahrsprechen) in verschiedenen Zeiten und Kulturen untersucht. Auf der Grundlage dieser Anregungen werden im Seminar Textausschnitte (aus der griechischen Antike, der römischen Stoa sowie aus dem 18. - 20. Jhdt.) gemeinsam besprochen und in der Bedeutung reflektiert, die solche Prozesse für uns in beiden Rollen haben. 16:30 - 18:00 Uhr Wiederholung der Parallel-Seminare 2 und 3 SONNTAG 3.10.2010 9:00 - 13:00 Uhr Zusammenführung der zentralen Inhalte der Tagungsbeiträge mit Dialog in Gruppen 11:30 - 13:00 Uhr Plenum: Raum, Präsenz, Austausch | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Tagung 2009: Mit Sinn und Werten leben "Schönheit und Liebe" Die dritte Tagung des Bodensee-Kolleg fand vom 2. - 4. Oktober 2009 statt. Das Programm: FREITAG 2.10.0 14:00 Uhr Vortrag Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann Was ist liebenswert? Wir lieben das, was uns liebenswert erscheint, so Aristoteles. Und was ist es, was uns Menschen liebenswert macht? Körperliche Schönheit mag eine erste Ebene" darstellen, tiefer gegründete Liebe jedoch, so Platon, orientiert sich an Tugenden" bzw. geistigen (ideellen) Werten. Jacob Needleman, ein zeitgenössischer amerikanischer Philosoph, nimmt diesen Aspekt auf und beschreibt eine zwischen irdischer" und himmlischer" Liebe vermittelnde Liebesform, für die ein Mensch anziehend, also liebenswert wird, wenn wir ihn als im Prozess" befindlich wahrnehmen, als jemanden, der um den Zugang zum Selbst" ringt. 15:30 - 18:00 Uhr Seminar 1 Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann / Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych.: Formen der Liebe (sexus / eros, philia, agape) Texte von Platon, Aristoteles und J. Needleman zu den verschiedenen Aspekten der Liebe und zur Frage, was Menschen liebenswert macht. SAMSTAG 3.10.09 9:00 Uhr Vortrag Prof. DDr. Markus Enders Die Idee der Schönheit und die Liebe zum Schönen in der platonischen Tradition des abendländischen Denkens In diesem Vortrag soll das abendländische Verständnis sinnlich wahrnehmbarer und rein geistiger Schönheit sowie der menschlichen Liebe zu dieser Schönheit in seinen Grundzügen erläutert werden. Dabei soll zunächst auf die metaphysische Grundlegung des Schönen im Platonismus und (antikem und christlichem) Neuplatonismus (bes. Plotin und Dionysius Areopagita) eingegangen werden. In einem zweiten Schritt soll das menschliche Streben nach Schönheit in Gestalt des sog. Eros nach platonischer und christlicher Tradition zur Entfaltung kommen. In einem dritten Schritt soll schließlich auch die Bedeutung der (göttlichen) Schönheit und der (menschlichen) Liebe zu ihr innerhalb der christlichen und islamischen Mystik eingeführt werden. 11:00 Uhr Vortrag Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Liebe im täglichen Leben Vielen Menschen gilt die Liebe als das Schönste und das Größte. Für ein erfülltes Leben hat Lieben und Geliebtwerden wesentliche Bedeutung, wobei die Liebe sich auf vieles richten kann: auf Dinge, Natur, Tiere, Menschen bis hin zu abstrakten Ideen oder Gott. Nach Erich Fromm muss jede Theorie über die Liebe mit einer Theorie vom Menschen beginnen - und da wir zeitlebens Werdende sind, ist die Frage nach der Entwicklung und Vertiefung unserer Liebesfähigkeit zentral. 14:30 Uhr Seminar 2 Prof. DDr. Markus Enders Grundtexte zur Gottesliebe in der christlichen und der islamischen Mystik Im Seminar soll nach einer kurzen Einführung in die Grundstruktur weltreligiöser Mystik die zentrale Bedeutung der Gottesliebe des Menschen anhand von Texten aus der christlichen und islamischen Mystik gemeinsam studiert und besprochen werden. 14:30 Uhr Seminar 3 Elisa Ruschmann, Dipl.-Psych. Auf dem Weg sein in der Selbstliebe Ausgehend von (philosophischen, religiös/spirituellen, psychologischen) Texten zur Liebe, die auch die Einübung in die Selbstliebe mitthematisieren, sollen im Gespräch hierzu strukturelle, inhaltliche und praxisrelevante Aspekte herausgearbeitet werden. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||